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Driss, der sein muss
Die Honda CB 1100 EX ist für viele Motorradfahrer ein echtes Traum-Motorrad: luftgekühlter 4-Zylinder, jede Menge Chrom, klassische Rundinstrumente und fast schon nostalgischer Charakter. Aber ganz ehrlich? Als ich die Maschine zum ersten Mal vor mir stehen sah, hatte ich erstmal ordentlich Respekt.
258 Kilogramm vollgetankt sind eben kein Pappenstiel.
Und genau darum geht es in diesem Fahrbericht: Kein klassischer Motorrad-Test mit Punktesystem, sondern ein ehrlicher Eindruck davon, wie sich Motorradfahren mit der Honda CB 1100 EX wirklich anfühlt – besonders dann, wenn man sonst eher leichtere Motorräder gewohnt ist.
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Die Honda CB 1100 EX stammt aus der Motorradsammlung meines Freundes Ralf. Genau wie zuvor schon die Honda Dax 125 und die Triumph Bonneville T100 durfte ich auch dieses Motorrad für einen Tag bewegen.
Und ich gebe es ehrlich zu:
„Etwas habe ich die Hose schon voll.“
Nicht wegen der Leistung. Sondern wegen der Kombination aus:
Die CB 1100 EX wirkt nicht wie ein modernes Motorrad aus Plastik. Sie wirkt wie eine Maschine.

Schon nach den ersten Kilometern wurde klar: Der Reihenvierzylinder ist das Herzstück dieses Motorrads.
Aber weichgespült? Ganz sicher nicht.
Die Honda CB 1100 EX hat durchaus Druck – allerdings eher auf die klassische Art. Der Motor möchte Drehzahl sehen und entwickelt seinen Charakter angenehm linear. Besonders oberhalb von 7.000 Umdrehungen merkt man plötzlich, dass hier doch 90 PS arbeiten.
Und genau das macht den Reiz dieses Motorrads aus: Es fährt sich nicht hektisch. Es fährt sich erwachsen.

Das vielleicht Schönste an der Honda CB 1100 EX ist ihr Gefühl. Rundscheinwerfer. Viel Chrom. Doppelauspuff. Rundinstrumente. Speichenfelgen.
Dieses Motorrad erinnert an eine Zeit, in der Motorradfahren noch etwas Rohes und Mechanisches hatte. Während der Fahrt musste ich ständig an die Motorräder meines Vaters denken. Damals standen Maschinen wie die Honda CX 500 („Güllepumpe“), Kawasaki Z 1100 oder sogar eine Kawasaki Z 1300 in der Garage. Und genau dieses Gefühl transportiert die CB 1100 EX erstaunlich gut: Motorradfahren ohne elektronischen Overkill.

Überraschend entspannt statt aggressiv! Was mich am meisten überrascht hat: Die Honda verändert automatisch den eigenen Fahrstil. Normalerweise fahre ich eher flott und überhole gerne mal spontan. Auf der CB 1100 EX hatte ich plötzlich überhaupt keine Lust mehr auf Hektik.
Stattdessen: entspanntes Cruisen, gelassene Landstraßenfahrten, gemütliches Dahingleiten.
Das Motorrad fährt sich zwar stabil und sauber durch Kurven, fordert aber eher eine ruhige Gangart ein. Und ehrlich gesagt: Das passt perfekt zu ihr.

Während das Gewicht beim Fahren erstaunlich gut kaschiert wird, merkt man die 258 Kilogramm spätestens beim Rangieren deutlich. Die Honda CB 1100 EX ist definitiv kein Leichtgewicht. Oder wie ich es während des Videos formuliert habe:
„Das ist wirklich kein Spielzeug mehr.“
Wenn die Maschine einmal kippt, möchte man sie vermutlich nicht mehr auffangen müssen. Gerade Fahrer, die von kleineren Motorrädern kommen, werden diesen Unterschied sofort spüren.

Trotz ihres Gewichts fährt sich die Honda unglaublich angenehm. Besonders positiv: breite, bequeme Sitzbank, entspannter Kniewinkel, angenehm hoher Lenker und: schaltfaules Fahren ist möglich!
Auch das eher weich abgestimmte Fahrwerk passt hervorragend zum Charakter der Maschine. Schlaglöcher werden nicht brutal an die Wirbelsäule weitergereicht, sondern angenehm weggefiltert. Die Landstraße ist eindeutig ihr Zuhause.

Je länger ich gefahren bin, desto klarer wurde: Dieses Motorrad ist kein Sportgerät. Und es will auch keines sein. Die Honda CB 1100 EX lebt von: Charakter, Laufkultur, Nostalgie, Chrom und diesem besonderen Gefühl von „echtem Motorrad“.
Ja, ich hatte anfangs Respekt vor dem Gewicht. Aber spätestens nach einigen Kilometern war klar: Die Honda fährt sich deutlich zugänglicher, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Würde ich nochmal mit ihr fahren? Sofort. Würde ich mir eine kaufen? Wenn Geld und Platz keine Rolle spielen würden: eindeutig ja. Denn dieser 4-Zylinder ist wirklich ein Träumchen.
Wie seht ihr das?
Seid ihr schon einmal von einem leichten Motorrad auf einen schweren Retro-Klassiker umgestiegen? Und was würdet ihr wählen: leicht und handlich? oder schwer, chromig und voller Charakter? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare direkt in das Video auf YouTube!
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