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Driss, der sein muss
Manchmal steigen Erwartungen ins Unermessliche – und manchmal wird man völlig unerwartet überrascht. Genau so ging es mir bei meiner ersten Fahrt mit der Honda DAX ST 125, die mir mein Freund Ralf netterweise zur Verfügung gestellt hat.
Ich muss ehrlich zugeben: Eine 125er bin ich vorher noch nie gefahren, erst recht nicht eine Honda Dax. Entsprechend vorsichtig waren meine Erwartungen. Doch schon nach den ersten Metern dachte ich mir: Okay ... das hab ich jetzt nicht erwartet. Die Beschleunigung der Honda Dax? Definitiv besser als gedacht. Und damit war ich noch längst nicht am Ende meiner Überraschungen.

Bevor es überhaupt losging, musste mir mein Freund Ralf – dem die Honda DAX gehört – erst einmal erklären, wie man dieses kleine Kultbike eigentlich schaltet. Denn: Hier läuft einiges anders als bei einem klassischen Motorrad: Keine klassische Fußschaltung. Keine Handschaltung wie bei alten Rollern oder Mopeds. Und vor allem: keine Kupplung. Stattdessen gibt es dort, wo normalerweise der Schalthebel sitzt, eine Wippe.
Klingt simpel. Ist es im Prinzip auch. Aber wenn man jahrelang anderes gewohnt ist, spielt die linke Hand plötzlich gerne mal Luftgitarre, weil sie instinktiv nach einer Kupplung sucht. Absaufen? Praktisch ausgeschlossen. Trotzdem musste ich mir erstmal denken: Uha ... das muss ich jetzt wirklich erstmal kapieren. Und das in meinem Alter. Aber nach ein paar Minuten merkt man: Dieses unkomplizierte System passt eigentlich perfekt zur kleinen Honda.

Die Honda DAX ist nämlich kein neues Konzept – sie ist ein echtes Stück Motorradgeschichte. Die ursprüngliche DAX wurde von 1969 bis 1999 gebaut und war ein echtes Mini-Motorrad:
Kurz gesagt: simpel, robust und charmant. Die moderne Version bleibt optisch erstaunlich nah am Original, bringt aber Technik von heute mit:
Sie ist dadurch nicht unbedingt „besser“ als die alte – aber deutlich alltagstauglicher für heutige Straßen.
Honda Dax ST 125
Ein kleines Motorrad mit großer Geschichte – und überraschend viel Fahrspaß.

Was mir sofort ins Auge gefallen ist: der Rahmen. Irgendwie erinnert mich die Konstruktion ein bisschen an ein Bonanza oder BMX-Rad aus den 80ern. Und genau das macht den Charakter dieses Motorrads aus. Der Tank ist direkt im Rahmen integriert, was der DAX ihre typische Silhouette verleiht. Klein, kompakt und irgendwie sympathisch.
Ralf hatte mir außerdem erzählt, dass der Tank nur 4 Liter fasst. Klingt erstmal wenig. Aber: Die DAX verbraucht im Schnitt nur etwa 1,5 Liter auf 100 Kilometer. Das bedeutet: erstaunlich viel Reichweite für so ein kleines Motorrad – und ziemlich günstiges Fahren.
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Als ich das erste Mal auf die DAX gestiegen bin, wurde mir klar: Man steigt eigentlich gar nicht auf. Man setzt sich einfach drauf. Die Sitzhöhe ist niedrig, alles wirkt klein und handlich. Die Räder sind ungefähr in Rollergröße – und trotzdem fühlt sich das Motorrad überhaupt nicht nervös an. Im Gegenteil. Die DAX fährt sich unglaublich direkt. Du denkst daran zu lenken – und sie ist schon da. Dieses leichte, verspielte Handling macht sofort Spaß.

Überraschend bequem ist auch die Sitzposition. Selbst mit Sozius dürfte es noch ganz okay sein – auch wenn man dann sicher etwas gemütlicher unterwegs ist. Aber mal ehrlich: Zum Heizen ist die Honda DAX sowieso nicht gebaut. Ich hatte kurz 90 km/h auf dem Tacho. Da geht vielleicht noch ein bisschen mehr, aber Geschwindigkeit ist hier definitiv nicht der Punkt.
Der einzige kleine Kritikpunkt: der Kniewinkel. Für lange Touren könnte das auf Dauer etwas unbequem werden. Für eine entspannte Runde durch die Stadt oder eine kleine Spritztour am Wochenende ist es dagegen völlig in Ordnung.

Ganz ehrlich: Beim Runterschalten habe ich mich noch etwas schwer getan. Nicht selten hat es dabei ordentlich geruckt. Und einmal war ich wohl etwas zu früh dran – das Hinterrad hat kurz gequietscht. Da hat die Drehzahl wohl nicht ganz gepasst.

Zum Spass haben? Ganz klar: Ja. Macht die Honda Dax Sinn als Motorrad für jeden? Vermutlich nicht. Mit einem Preis von über 4.000 Euro ist sie auch kein echtes Schnäppchen. Ich vermute, dass viele Käufer aus einer ganz bestimmten Generation kommen: Menschen Ü50 oder Ü60, die vielleicht schon in ihrer Jugend eine DAX gefahren sind. Für sie ist das Motorrad mehr als nur ein Fahrzeug. Es ist Nostalgie auf zwei Rädern. Und genau deshalb hat die DAX bis heute diesen Kultstatus.
Und jetzt seid ihr dran:
Seid ihr schon einmal eine Honda DAX gefahren? Oder hattet ihr vielleicht früher sogar selbst eine? Ich bin wirklich gespannt auf eure Geschichten – schreibt sie gerne in die Kommentare des Videos. Und wenn euch dieser ehrliche Fahrbericht gefallen hat, freue ich mich natürlich über ein Like. Vielleicht folgen ja noch mehr solcher spontanen Fahreindrücke.
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