Royal Enfield Himalayan 450:
Mein Fahreindruck beim Motorrad-Tausch

Was passiert, wenn sich zwei Motorrad-YouTuber kaum richtig kennen und trotzdem direkt ihre Motorräder tauschen? Genau das haben Jürgen von moto50plus und ich ausprobiert.

Er bekam für unsere gemeinsame Ausfahrt meine BMW R nineT – und ich dafür seine Royal Enfield Himalayan 450.

Vor der Fahrt hatte Jürgen bereits zwei Vermutungen, was mir an der Himalayan wahrscheinlich nicht gefallen würde: zu wenig Leistung und eine zu harte Sitzbank. Nach ungefähr zwei Stunden auf Landstraßen und in Kurven sah ich zumindest diese beiden Punkte etwas anders.

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Mein erster Eindruck zur Himalayan 450

Royal Enfield Himalayan 450: Der erste Eindruck

Schon auf den ersten Metern fiel mir vor allem eines auf: Eigentlich fiel mir erstmal gar nichts unangenehm auf. Ich setzte mich drauf – und es passte einfach.

Die Sitzposition ist angenehm aufrecht, der Kniewinkel für mich mit meinen 1,80 Meter entspannt und auch der Lenker liegt dort, wo ich ihn gerne hätte.

Durch die relativ gerade Sitzbank fühlt sich die Himalayan etwas höher an, als ich zunächst erwartet hatte. Probleme hatte ich damit bei meiner Körpergröße allerdings überhaupt nicht.

Beim Gewicht sieht es etwas anders aus. Meine BMW G 310 GS ist fahrfertig ungefähr 20 Kilogramm leichter. Erstaunlicherweise fühlte sich die Himalayan beim Losfahren für mich trotzdem nicht wie ein besonders schweres Motorrad an.

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Das Video dazu:

Himalayan 450 im Tausch gegen meine BMW R nineT | mit moto50plus

Himalayan 450 im Tausch gegen meine BMW R nineT | mit moto50plus
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Der Motor der Himalayan 450

40 PS – der Motor überrascht mich

Jürgen hatte vermutet, dass mir die Leistung der Himalayan 450 möglicherweise nicht reichen würde.

Meine Antwort nach den ersten Kilometern: Nö.

Natürlich sind ungefähr 40 PS keine Leistung, bei der man sich beim Beschleunigen verzweifelt am Lenker festklammern muss. Aber die reine PS-Zahl erzählt hier für mich nur einen Teil der Geschichte. Die Himalayan liefert rund 40 Nm Drehmoment und genau das merkt man beim Fahren.

Der Einzylinder zieht für meinen Geschmack schön von unten heraus und vermittelt dabei ein deutlich erwachseneres Gefühl, als ich anhand der nackten Leistungsdaten erwartet hatte. Da ich selbst eine BMW G 310 GS fahre, kenne ich diese Leistungsklasse recht gut. Und gerade deshalb hat mich der Unterschied überrascht. Die Himalayan braucht gefühlt weniger Drehzahl, läuft ruhiger und vibrationsärmer. Auch den Klang empfinde ich als angenehmer.

Wenn ich den Motor mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, wäre es deshalb: erwachsen.

Die Himalayan 450 hat mich überrascht
Vor allem Motor und Komfort der Himalayan 450 haben mich auf der zweistündigen Fahrt deutlich mehr überzeugt als erwartet.
Handling der Royal Enfield Himalayan 450

Handling: Nicht ganz so spielerisch

In Kurven merkt man dann allerdings, dass die Himalayan kein ganz kleines und leichtes Motorrad ist. Für mein Gefühl muss ich sie etwas deutlicher dazu bewegen, sich in die Kurve zu legen. Nicht störrisch – überhaupt nicht.

Aber sie möchte schon etwas genauer wissen, wo es hingehen soll. Warum das genau so ist, könnte ich jetzt natürlich mit Lenkkopfwinkel, Nachlauf, Reifenformat und allerlei schlauen technischen Begriffen erklären. Könnte ich – wenn ich staatlich geprüfter Motorradtester oder Ingenieur wäre. Bin ich aber nicht.

Für mich fühlt sich die Himalayan schlicht etwas weniger spielerisch an als meine kleine BMW.

Fahrwerk vorne Himalayan 450

Fahrwerk: Straffer als erwartet

Beim Fahrwerk hatte ich von der Himalayan ehrlich gesagt etwas mehr Gemütlichkeit erwartet. Es ist durchaus straff abgestimmt. Unbequem fand ich es trotzdem nicht.

Und während ich darüber nachdachte, kam mir Jürgen auf meiner R nineT entgegen. Das Fahrwerk der Himalayan ist nämlich immer noch meilenweit von dem entfernt, was er sich in diesem Moment auf meiner BMW antun musste. Er hat übrigens noch gewunken. 😄

Blick auf das Hinterrad der Himalayan 450

Hinterradbremse und Schaltung

Positiv aufgefallen ist mir die Hinterradbremse der Himalayan 450. Sie ließ sich für mein Gefühl gut dosieren und packte angenehm zu.

Die Schaltung selbst war für mich völlig unauffällig – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Lediglich den Schalthebel hätte ich für meinen Fuß gerne einen kleinen Tick weiter hinten gehabt. Ich musste ihn gelegentlich etwas suchen. Das kann allerdings genauso gut reine Gewöhnungssache sein.

Original Sitzbank Himalayan 450

Ist die Sitzbank der Himalayan 450 zu hart?

Damit wären wir bei Jürgens zweiter Warnung. Ja: Die Sitzbank ist ziemlich straff. Damit hatte er recht.

Nur gestört hat sie mich während meiner Fahrt nicht. Nach ungefähr zwei Stunden auf der Himalayan hatte mein Hintern jedenfalls noch nicht gekündigt. Wie das nach fünf, sechs oder acht Stunden aussieht, kann ich nach dieser Fahrt natürlich nicht beurteilen.

Von der gesamten Sitzposition her kann ich mir längere Touren auf der Himalayan aber sehr gut vorstellen: aufrechter Oberkörper, entspannter Kniewinkel und eine für mich angenehme Ergonomie.

Auch der Windschutz war für mich völlig in Ordnung. Wobei ich dabei wahrscheinlich kein besonders guter Maßstab bin – ich fahre schließlich auch gerne Naked Bikes.

Himalayan 450 Frontansicht

Wie viel Adventure steckt in der Himalayan 450?

Eine fundierte Einschätzung der Geländeeigenschaften überlasse ich lieber anderen. Meine bisherige Offroad-Karriere besteht im Wesentlichen aus kurzen Ausflügen über Feldwege und Wiesen. Damit dürfte meine Bewerbung als professioneller Adventure-Tester erstmal erledigt sein. 😄

Auf der Straße empfand ich die Himalayan jedenfalls als unkompliziert und souverän. Und für genau diesen Einsatzzweck hat sie mir überraschend gut gefallen.

Gesamtansicht Himalayan 450

Optik: Nicht ganz mein Beuteschema

Bei der Optik bin ich etwas zwiegespalten. Die Himalayan trägt zwar den typischen Adventure-Schnabel, wirkt auf mich insgesamt aber trotzdem vergleichsweise klassisch. Mein persönliches Motorrad-Beuteschema trifft sie optisch nicht zu hundert Prozent.

Interessanterweise hätte ich aber, wenn ich nur nach dem Fahreindruck gehe, inzwischen ziemlich wenige Argumente gegen sie.

Fazit zur Himalayan 450

Mein Fazit zur Royal Enfield Himalayan 450

Drei Dinge sind mir nach der Fahrt besonders im Gedächtnis geblieben.

Erstens: der Motor.

Nach den reinen Zahlen hatte ich weniger erwartet. Die Himalayan fühlt sich souverän, laufruhig und angenehm kräftig von unten heraus an.

Zweitens: die Bequemlichkeit.

Sitzposition und Kniewinkel passen für mich sehr gut. Auch die straffe Sitzbank war nach zwei Stunden noch kein Problem.

Drittens: das Gesamtgefühl.

Die Himalayan fährt sich vernünftig. Das klingt zunächst vielleicht nicht besonders sexy. Aber wenn „vernünftig“ bedeutet, nach einer langen Tour entspannt statt völlig erledigt anzukommen, finde ich das mit über 50 plötzlich gar nicht mehr so schlecht. Wenn ich heute neu zwischen meiner BMW G 310 GS und der Himalayan wählen müsste, um damit hauptsächlich Touren zu fahren, würde ich vermutlich zur Himalayan greifen. Sie wirkt für mich erwachsener, ruhiger und tourentauglicher.

Meine G 310 GS ist dafür leichter und spielerischer – und extra deshalb verkaufen würde ich sie nicht. Dafür sind sich die Einsatzbereiche zu ähnlich und außerdem kenne ich meine kleine BMW inzwischen ziemlich gut. Aber nach dieser Fahrt verstehe ich sehr gut, warum die Royal Enfield Himalayan 450 so viele Freunde gefunden hat.

Motorradtausch mit Jürgen von moto50plus

Und wie gefiel Jürgen meine BMW R nineT?

Während ich die Himalayan gefahren bin, war Jürgen von moto50plus zeitgleich mit meiner BMW R nineT unterwegs. Seinen Fahreindruck gibt es in seinem eigenen Video auf moto50plus

Damit könnt ihr euch beide Seiten unseres Motorrad-Tauschs anschauen – und anschließend selbst entscheiden: Wer von uns hatte eigentlich das härtere Los?

Wie sind eure Erfahrungen mit der Himalayan 450?
Fahrt ihr selbst eine Royal Enfield Himalayan 450? Dann interessiert mich besonders eure Erfahrung mit den beiden Punkten, vor denen Jürgen mich gewarnt hatte: Ist euch die Leistung irgendwann zu wenig – und wie empfindet ihr die Sitzbank auf wirklich langen Touren? Schreibt eure Erfahrungen gerne unter das Video oder über die Kommentarfunktion.

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