Persönliches
Driss, der sein muss
Nachdem wir im ersten Teil schon rund um den Donnersberg unterwegs waren, geht es jetzt an die Stellen, für die man diesen Berg wirklich kennt – und liebt.
Doch bevor es bergauf geht, wartet noch ein kleines Highlight am Straßenrand:
Eine wunderbar geschwungene Senke, mit einer Kurvenfolge, die Motorradfahrerherzen höherschlagen lässt. Die Kamera gibt es leider nicht perfekt wieder, aber glaubt mir: Das Ding hat Spa-Vibes. Oder wie die berühmte Formel-1-Sektion heißt: Eau Rouge. Nur ohne Formel 1 – und ohne Belgien. 😄
Eau Rouge - Formel 1 in der Pfalz 🤘
Jetzt zieht die Straße an – und wir fahren die Höhenmeter hoch Richtung Gipfel. Und da merkt man schnell: Heute ist ordentlich was los.
Drohnenaufnahmen, Handyshots, Rundumblicke – der Donnersberg ist einfach ein fantastisches Paket.
Er ist mit 686 Metern nicht nur das höchste Bergmassiv der Pfalz, sondern auch vulkanischen Ursprungs. Der Name stammt vermutlich vom germanischen Donnergott Donar – und tatsächlich: Der Berg wirkt wie ein alter Riese, der seit Jahrtausenden über die Region wacht.
Lange vor uns waren hier Kelten zuhause. Später kamen Pfalzgrafen, Soldaten, Wanderer – und heute: wir Motorradfahrer.
Der Sendeturm auf dem Berg - riesig!
Oben angekommen steht einer der markantesten Punkte des Bergs: der Ludwigsturm von 1865. An Wochenenden und Feiertagen kann man hinaufsteigen – und wird belohnt:
Ein Ort, der zeigt, wie vielfältig die Region ist.
Der Ludwigsturm - Rapunzel lässt grüßen!
Wenn du richtig Aussicht willst, lohnt sich das hier: Ein 20–30 Minuten Fußmarsch zur Südseite führt zum berühmten Adlerbogen von 1880. Ein beeindruckendes Monument, flankiert von Figuren Otto von Bismarcks und Generalfeldmarschall Moltkes.
Der Adler selbst hat übrigens eine ziemlich wilde Vergangenheit: Der Adlerbogen wurde 1945 – ähnlich wie das Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz – von US-Soldaten heruntergeschossen. Heute steht er wieder stolz an seinem Platz.
Adlerbogen auf Donnersberg - cooler Spot! 📷
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Ein paar Schritte weiter ragt er auf: der über 200 Meter hohe Sendeturm auf dem Donnersberg. Er versorgt die Region mit UKW, DAB+ und terrestrischem Fernsehen – und gilt als das inoffizielle Wahrzeichen der Nordpfalz. Sogar das Logo des Donnersbergkreises zeigt ihn.
Daneben steht ein zweiter Turm – der Gitterturm, ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges. Ehemals genutzt von der US-Army, heute in ziviler Nutzung: Internet-Richtfunk und Funkamateure.
Der Gitterturm: Paradies für Hobbyfunker
Nach all den Sehenswürdigkeiten wird es Zeit, weiterzuziehen – über eine Straße, die ihren Beinamen wirklich verdient: die Lost Street. Kein Lost Place – Lost Street.
Warum? Nun ... das erkennt man sofort: riesige Schlaglöcher, abgerutschte Straßenkanten, Abschnitte, die aussehen, als hätte die Natur beschlossen, sich ihren Platz zurückzuholen. Links sogar ein Abschnitt, der mittlerweile als Fahrradweg getarnt ist. Wenn man genau hinschaut, merkt man aber: Die Straße sackt einfach den Hang runter. Praktisch, oder? Problem gelöst. 😅
Hier fühlt man sich wirklich "lost" 😮
Weiter geht’s auf die L386, eine dieser traumhaften Strecken, die fast schon nach sportlicher Fahrweise schreien – Wenn man denn ein Motorrad dabeihätte, das genau dafür gebaut ist. Heute: eher gemütlich.
Wir biegen ab, denn der Donnersberg hat noch ein paar echte Schätze parat.
Die L386 - ein Geheimtipp!
Bei Kriegsfeld stoßen wir auf ein riesiges Gelände namens North Point. Hier lagerten während des Kalten Krieges über 150 Munitionsbunker der US-Army. Ein beeindruckendes, fast surreal wirkendes Areal, das wohl in einigen Jahren wieder militärisch genutzt werden soll – diesmal von der Bundeswehr.
Der Northpoint - nicht mehr lange Lost Place
Weiter geht’s wieder bergauf, bis wir das höchste Dorf der Pfalz erreichen: Ruppertsecken (fast 500 m).
Die Aussicht links ist einfach großartig – und entsprechend beliebt.
Das höchste Dorf der Pfalz 😇
Jetzt folgt einer meiner Lieblingsabschnitte der ganzen Region. Die Strecke erinnert mich immer ein bisschen an die Eifel:
- kleine Hügel
- enge Straßen
- Kuhweiden
- alte Holzzäune aus Eiche
und dieses besondere Gefühl von Weite.
Hier liegt auch der Falkensteiner Hof, ein sehr bekannter Bikertreff mit fantastischer Bierterrasse. UND – historisches Extra: Helmut Kohl war hier früher Stammgast.
Gleich daneben: die Burgruine Falkenstein. Wirklich ein Must-See. Der Ausblick ist phänomenal – und ein perfekter Ort für Erinnerungsfotos.
Die Eifel in der Nordpfalz
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