Persönliches
Driss, der sein muss
Ganz ehrlich: nicht meine Uhrzeit und auch nicht meine Temperatur. Aber was tut man nicht alles für ein Projekt, das sich langsam zu einer kleinen Motorradfamilie entwickelt: unsere Eintopf-GS-Mission.
Vor ein paar Wochen haben wir die erste GS irgendwo bei Villingen-Schwenningen abgeholt. Letzte Woche dann Nummer zwei. Eigentlich war die neue Kleine ja für Heidi gedacht ... bis sich herausstellte, dass die erste GS wohl tiefergelegt wurde. Und wer darf sie wegen seiner Größe fahren? Richtig. Ich. Aber gut – jede Familie braucht eben Rollenverteilung.
Gisela wird chauffiert - die alte Diva!
Die GS unter mir heißt übrigens Gisela.
Warum? Keine Ahnung. Frauen geben ihren Fahrzeugen immer Namen – die Kriterien dahinter verstehe ich bis heute nicht. Heidis GS heißt Berti. Meine R nineT heißt Bert. Also Gisela ... GS, ja, damit komme sogar ich klar.
Was mir weniger klar ist: wie Gisela in Kurven fällt. Ihr vorheriges Leben im tiefen Schwarzwald hat ihre Reifen so zugerichtet, dass der Vorderreifen spitzer ist als die besten Ironie-Kommentare im Internet. Sie kippt in Kurven rein, als wolle sie sich selbst überholen. Echt Zeit für neue Schlappen.
Giselas Vorderreifen – spitzer als mein Humor
Ziel: Biebelnheim, in der Nähe von Alzey. Termin zum Reifenwechseln: 08:30 Uhr. Aktueller Standort: auf dem Weg zum Donnersberg, ohne Kaffee, bei zwölf Grad. Also schnell über den Berg nach Kirchheimbolanden – und weil die Zeit drängt, danach über die A63.
Kennst du das? Man hat Stress, fährt los und zack: Reserve an. Ich vertraue einfach mal dem BMW-Bordcomputer. Für Tanken ist jetzt wirklich keine Zeit.
Die Reserve ist schon länger an
Auf der A63 ist fast nichts los. Die Wolken hängen tief, das Licht ist genial – so eine Stimmung gibt’s eben nur früh am Morgen. Und dann kommt das Highlight: die Golden Gate Bridge der Pfalz. Ohne Gate. Mit Beton. Aber hey – man nimmt, was man kriegt. Kurz danach die Ausfahrt ... und ich hoffe weiterhin, dass der Sprit reicht.
Rheinhessens Golden-Gate-Bridge
0:16:36 171 7 2
Angekommen. Ungewöhnlich leer hier – aber gut, es ist früh. Der Reifenwechsel geht zügig, und zack, bin ich 320 Euro leichter. "Wat mut, dat mut." Bordcomputer sagt: 45 km Restreichweite. Ich hoffe, er lügt nicht.
Bei der Auffahrt zur Autobahn dann die Überraschung: Ein komplett anderes Fahrgefühl! Vorher wollte Gisela in jede Kurve springen – jetzt muss man sie fast drücken. Das Motorrad fühlt sich plötzlich ... normal an.
Nichts los beim Reifenhändler
Die nächste Tanke liegt eine Ausfahrt weiter – eigentlich falsche Richtung, aber ich möchte jetzt wirklich NICHT liegen bleiben.
Beim Tanken dann der Schock: 10,5 Liter. Rein gehen 11. Da war wirklich nicht mehr viel drin!
Reifen neu, Tank voll – ab nach Hause.
Gisela! Schäm Dich! 10,5 Liter!
Autobahn reicht jetzt erstmal. Der Rest geht gemütlich über die Landstraße. Dunkle Wolken ziehen auf. Eine Straße ist komplett kaputt, die nächste frisch saniert – wie zwei Extreme im direkten Vergleich.
Dann wieder dieses Panorama ... und ich denke mir: Wir haben es hier in der Pfalz richtig gut. Kurven, Berge, Ausblicke – alles vor der Haustür.
Wir haben es in der Pfalz schon gut
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