Nelligo Praxistest: Ein Audio-Reiseführer fürs Motorrad

Ein Reiseführer unterm Motorradhelm? Genau dieses Konzept verfolgt die App Nelligo. Während der Fahrt erkennt die App interessante Orte entlang der Strecke und spielt automatisch passende Informationen über das Motorrad-Interkom aus.

Ich habe Nelligo auf einer Motorradtour ausprobiert und mir angesehen, wie das Ganze in der Praxis funktioniert.

Dabei ging es mir ausdrücklich nicht darum, die App mit Punkten oder Sternen zu bewerten. Viel interessanter finde ich die Frage: Ist ein Audio-Reiseführer während einer Motorradtour eine Bereicherung – oder möchte man beim Fahren lieber seine Ruhe haben?

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Das Video dazu:

Ein Reiseführer unterm Motorradhelm? 🎧 Ich probiere Nelligo aus

Ein Reiseführer unterm Motorradhelm? 🎧 Ich probiere Nelligo aus
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Screenshot der Nelligo App

Was ist Nelligo?

Nelligo ist eine GPS-basierte Audio-Reiseführer-App. Die Idee dahinter ist relativ einfach: Während einer Fahrt erkennt die App interessante Orte in der Umgebung und spielt dazu automatisch kurze Informationen ab. Das können beispielsweise sein:

  • Burgen und Schlösser
  • Sehenswürdigkeiten
  • Aussichtspunkte
  • historische Orte
  • Bikertreffs
  • Möglichkeiten für eine Pause
  • Übernachtungsmöglichkeiten

Die Informationen werden während der Fahrt automatisch ausgelöst. Man muss also nicht unterwegs auf dem Smartphone nach Sehenswürdigkeiten suchen. Auf dem Motorrad können die Ansagen über ein Bluetooth-Interkom wie beispielsweise Cardo oder Sena wiedergegeben werden.

Infos zu Sehenswürdigkeiten direkt auf dem Motorrad-Interkom

Warum kann so eine App für Motorradfahrer interessant sein?

Wer regelmäßig Motorradtouren fährt, kennt das wahrscheinlich: Man fährt durch einen Ort, sieht am Straßenrand ein Denkmal oder irgendwo am Berg eine Burg und fragt sich kurz:

„Was ist das eigentlich?“

Meistens fährt man trotzdem weiter. Und genau an diesem Punkt setzt Nelligo an. Die App soll Informationen zu Orten liefern, an denen man ansonsten möglicherweise einfach vorbeigefahren wäre. Das unterscheidet Nelligo auch von einer klassischen Navigations-App.

Google Maps, Kurviger oder andere Motorrad-Navigationslösungen bringen mich in erster Linie von A nach B. Nelligo erzählt mir dagegen etwas über die Orte, durch die ich gerade fahre.

Reiseführer Nelligo installiert auf einem Tablet

Wie funktioniert Nelligo während der Motorradfahrt?

Vor der Fahrt wird der Tour-Guide in der App gestartet. Anschließend läuft Nelligo im Hintergrund und nutzt die aktuelle Position, um interessante Punkte entlang der Strecke zu erkennen. Nähert man sich einem passenden POI, wird automatisch eine Audio-Information abgespielt. Dabei kann man vorher einstellen, wie häufig man unterwegs Informationen hören möchte. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Intensitäten von eher sparsamen Informationen bis hin zu einer deutlich höheren Anzahl an Ansagen.

Zusätzlich lässt sich festlegen, welche Kategorien überhaupt berücksichtigt werden sollen. Wer sich beispielsweise hauptsächlich für Burgen und historische Sehenswürdigkeiten interessiert, kann andere Kategorien entsprechend reduzieren oder deaktivieren.

Audioausgabe der Infos auf einem Motorrad-Interkom von Cardo

Nelligo zusammen mit Cardo, Sena und Navigation

Für Motorradfahrer wird die Sache vor allem interessant, wenn bereits ein Interkom im Helm vorhanden ist. In meinem Fall läuft die Audioausgabe über das Motorrad-Interkom. Dabei stellt sich allerdings schnell eine interessante Frage:

Wie viel möchte man während der Fahrt eigentlich gleichzeitig im Ohr haben?

Denn bei einer normalen Motorradtour können bereits mehrere Audioquellen aktiv sein: Navigationsansagen, Musik, Interkom, Telefon, zusätzlich Nelligo.

Im Praxistest habe ich Nelligo deshalb auch zusammen mit Google Maps und Musik ausprobiert. Und genau hier zeigt sich wahrscheinlich der größte Unterschied zwischen verschiedenen Motorradfahrern. Der eine möchte während einer Tour möglichst viele Informationen bekommen. Der andere fährt gerade Motorrad, damit ihm einmal niemand etwas erzählt.

Umpfangreiche Funktionen bei Nelligo

Welche Funktionen bietet die Nelligo-App?

Die Oberfläche von Nelligo ist relativ übersichtlich aufgebaut:

Tour

Über diesen Bereich wird der Tour-Guide gestartet. Danach erkennt die App automatisch interessante Orte entlang der gefahrenen Strecke.

Entdecken

Hier kann eingestellt werden, wie intensiv Nelligo unterwegs Informationen liefern soll. Zusätzlich können verschiedene Kategorien ausgewählt werden.

Logbuch

Interessante Punkte einer gefahrenen Tour werden im Logbuch gespeichert. Das kann praktisch sein, wenn man später zu Hause noch einmal nachsehen möchte, worüber Nelligo unterwegs gesprochen hat.

Pins

Interessante Stellen können zusätzlich als Pins gespeichert werden.

Einstellungen

Unter anderem lassen sich dort die Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke und verschiedene Optionen für die Audioausgabe verändern.

Nelligo Nutzung offline

Funktioniert Nelligo auch bei schlechtem Mobilfunkempfang?

Laut Anbieter werden Inhalte passend zur Strecke im Voraus geladen. Dadurch soll Nelligo auch dann weiter funktionieren, wenn unterwegs vorübergehend kein oder nur schlechter Mobilfunkempfang vorhanden ist.

Gerade bei Motorradtouren durch ländliche Regionen ist das natürlich ein wichtiger Punkt.

Preise von Nelligo

Was kostet Nelligo?

Nelligo kann derzeit zunächst kostenlos mit 20 Ansagen ausprobiert werden. Danach gibt es zeitlich begrenzte Freischaltungen ohne dauerhaftes Abonnement:

  • 7 Tage: 7,99 Euro
  • 30 Tage: 14,99 Euro
  • 12 Monate: 39,99 Euro

Stand: 08/2026

Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass kein Abo-Zwang besteht. Ich selbst habe für meinen Test den Zugang für sieben Tage gekauft.

Transparenz beim Test von Nelligo

Transparenz zu meinem Nelligo-Test

Der Entwickler von Nelligo hat mich auf die App aufmerksam gemacht und mir angeboten, sie kostenlos zu nutzen. Diesen kostenlosen Zugang habe ich nicht angenommen.

Für meinen Test habe ich den siebentägigen Zugang selbst bezahlt. Das Video und dieser Artikel sind weder bezahlt noch gesponsert. Mir war wichtig, die App unter denselben Bedingungen ausprobieren zu können wie jeder andere Nutzer.

Verfügbarkeit von Nelligo auf Android und IOS

Für welche Geräte gibt es Nelligo?

Nelligo ist derzeit über Google Play sowie als Web-App verfügbar. Zusätzlich wird auf der Website eine Preview-Version als APK angeboten. Eine Version für Apples App Store ist laut Anbieter geplant.

Praxistest auf dem Motorrad mit Nelligo

Nelligo im Praxistest: Genial oder nervig?

Genau diese Frage möchte ich bewusst nicht pauschal beantworten. Denn das Konzept ist meiner Meinung nach stark davon abhängig, wie man Motorrad fährt und was man während einer Tour möchte.

Wer gerne neue Orte entdeckt und wissen möchte, was links und rechts der Strecke liegt, bekommt mit einem solchen Audio-Reiseführer Informationen, nach denen man ansonsten vermutlich nie gesucht hätte.

Auf der anderen Seite gibt es viele Motorradfahrer, die gerade deshalb aufs Motorrad steigen, um abzuschalten.

  • Kein Telefon.
  • Keine Informationen.
  • Keine zusätzliche Stimme im Helm.
  • Einfach Motorradfahren.

Deshalb interessiert mich bei Nelligo weniger ein klassisches Urteil wie „gut“ oder „schlecht“.

Die spannendere Frage lautet: Würdest Du Dir während einer Motorradtour automatisch Informationen über Orte und Sehenswürdigkeiten erzählen lassen – oder möchtest Du im Helm lieber Deine Ruhe haben?

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