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Persönliches
Driss, der sein muss
Hand raus – und nichts kommt zurück. Beim nächsten Motorrad wieder dasselbe. Irgendwann ertappe ich mich dabei, wie mich das ärgert. Dabei wollte ich eigentlich nur eine schöne Motorradtour machen und keine Beschwerdeliste führen. Gehört der Motorradgruß noch selbstverständlich dazu? Wird weniger gegrüßt als früher? Oder bleiben uns die Begegnungen ohne Antwort einfach stärker im Gedächtnis?

Als ich mit 18 angefangen habe, Motorrad zu fahren, war ich richtig stolz, wenn andere Motorradfahrer mich gegrüßt haben. Für mich hieß das: Jetzt gehöre ich dazu.
Nach über 25 Jahren Motorradpause war beim Wiedereinstieg vieles anders. Die Technik, die Ausrüstung, die Motorräder. Aber die kurze Handbewegung war sofort wieder vertraut. Man kennt sich nicht, fährt vielleicht völlig unterschiedliche Maschinen – und trotzdem geht die Hand raus. Für mich steckt darin ein unkompliziertes „Gute Fahrt“. Genau das gefällt mir am Motorradgruß.

Auf meinen Touren kommt es mir manchmal so vor, als würde weniger zurückgegrüßt. Eine verlässliche Aussage über einen allgemeinen Rückgang kann ich daraus allerdings nicht machen.
Manche Motorradfahrer grüßen schon, bevor ich selbst reagieren kann. Andere nicken kurz oder heben zwei Finger. Und manchmal sehe ich eben keine Reaktion.
Ob das am Motorrad, am Alter oder an etwas ganz anderem liegt, weiß ich nicht. Aus einer kurzen Begegnung lässt sich schlecht ablesen, warum jemand die Hand am Lenker lässt. Vielleicht habe ich die Nichtgrüßer von früher auch einfach längst vergessen.

Es gibt Situationen, in denen andere Dinge Vorrang haben: beim Abbiegen, Kuppeln oder wenn die Straße volle Aufmerksamkeit verlangt. Manchmal wird ein Gruß schlicht übersehen. Vielleicht kennt jemand den Brauch nicht – oder möchte nicht grüßen.
Das finde ich persönlich schade. Aber ein fehlender Gruß sagt wenig darüber aus, ob jemand freundlich oder hilfsbereit ist. Derselbe Fahrer könnte ein paar Kilometer später sofort anhalten, wenn jemand mit seinem Motorrad liegen geblieben ist.
Und bevor ich mich über andere aufrege, muss ich mich selbst fragen: Grüße ich eigentlich immer? Die ehrliche Antwort lautet nein. Auch bei mir bleibt die Hand gelegentlich unten.
Bei mir ist das natürlich völlig verständlich. Beim anderen denke ich sofort: „Der hat’s wohl nicht nötig.“ Ja. Merk ich selber.
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Wen grüßen wir überhaupt? Alle Motorradfahrer? Auch Menschen auf einem Roller oder einer 125er? Oder prüfen wir erst, ob das Fahrzeug die Aufnahmebedingungen erfüllt?
Ich weiß durch meine BMW G 310 GS selbst, wie viel Spaß ein kleines Motorrad machen kann. Und wer gerade mit einer 125er seine ersten Touren fährt, freut sich vielleicht genauso über einen Gruß wie ich damals mit 18.
Für mich braucht es deshalb weder eine bestimmte Marke noch einen großen Motor. Ich möchte auch die 125er grüßen – wenn die Situation es zulässt.

Ob der Motorradgruß ausstirbt, kann ich nicht beantworten. Ich mag diese kleine Geste und möchte sie behalten.
Wenn nichts zurückkommt, versuche ich, mich weniger darüber zu ärgern. Schließlich möchte ich nach Hause kommen und sagen: „War eine schöne Tour.“ Und nicht: „Landschaft toll, Kurven super – Begrüßungsquote mangelhaft.“
Im Video erzähle ich von meinen Beobachtungen und nehme dabei auch meine eigenen Erwartungen ein bisschen auf die Schippe.
Wie seht ihr das?
Wird auf euren Touren weniger gegrüßt als früher? Grüßt ihr auch Roller und 125er – und wann bleibt eure Hand am Lenker? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.
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